Afrikanische Tierwelt als lebensgroße Skulpturen
Die Bilder zeigen den kenianischen Metallkünstler Moses Ochieng bei seiner Arbeit in Nairobi. Jede Skulptur ist individuell und hat Ihren eigenen Ausdruck und Charakter. …weiter lesen…
Moses Ochieng
versteht es mit seinem Team auf unvergleichliche Weise Bewegungen in seinen Skulpturen festzuhalten: ob es die grazile Giraffen-Gruppe ist; der Gepard, der zur Jagd ansetzt, oder das Krokodil, das träge in der Sonne gähnt, ... immer hat man das Gefühl, die Tiere sind lebendig! Sie beeindrucken durch ihre schiere Größe – bis zu 5 m Höhe – und überzeugen durch Liebe zum Detail. Kaum ein Künstler versteht es so geschickt wie Moses, die Balance zwischen natürlicher Darstellung und künstlerischem Anspruch herzustellen. Die Kunstwerke werden nicht zu schwer, da sie innen hohl sind.

Angefangen hat Moses mit einem Kinderbilderbuch über afrikanische Tiere. Das darin abgebildete Krokodil inspirierte den bis dahin als Holzbildhauer arbeitenden Moses. Allerdings merkte er bald, dass seine Vorstellungen in Holz nicht zu realisieren waren, immerhin sollte das Krokodil lebensgroß werden. Eine realistische Möglichkeit fand er in der Metallverarbeitung.

Arbeitsweise
Zuerst wird aus Draht die grobe Form gebogen und geschweißt. Dann werden entsprechende Blechplatten aus Altautos gedengelt, die auf das Drahtgestell in unendlicher Kleinarbeit geschweißt werden – die Skulptur erhält Stabilität und auch die individuelle Ausdrucksweise jedes einzelnen Werkes. In einem nächsten Schritt werden Details wie Zacken, Zähne und Borsten verschweißt und je nach Tier eine unebene und raue Oberfläche aufgetragen.

Jetzt werden die Skulpturen künstlich korrodiert oder geschliffen – je nach Tier und Objekt. Zum Schluss wird noch ein Schutzwachs-Überzug oder ein Klarlack als Transportschutz aufgetragen. Ein natürlicher Verwitterungsprozess ist jedoch gewollt. Damit Ihre Skulptur im Garten nicht von innen durchrostet, bieten wir zum Selbstkostenpreis eine Hohlraum-Versiegelung ähnlich wie bei Kraftfahrzeugen an.
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Mehr Informationen über Moses Ochieng

geboren 1976 als jüngster von 6 Kindern eines kenianischen Soldaten in Ligega, einem kleinen Ort 500 km westlich von Nairobi.
Die Familie gehört zum Stamm der Luo , dem zweitgrößten Volksstamm Kenias, der hauptsächlich in der Nähe des Viktoria-Sees angesiedelt ist. Zum Stamm der Luo gehören ca. 3,4 Millionen Menschen (wie auch der Vater des amerikanische Präsidenten). …weiter lesen…
Der Traum
Moses war ein sehr guter und motivierter Schüler und träumte von einer Karriere als Ingenieur. So sehr er auf einen Sponsor hoffte, erfüllte sich sein Wunsch nicht. Er musste schweren Herzens sein naturwissenschaftliches Studium an der Sawagongo High School in Ugenya kurz vor dem Abschluss auf Grund des fehlenden Schulgeldes von umgerechnet ca. 140 € abbrechen und seinen Traum auf eine gute und zukunftsorientierte Ausbildung und ein
sorgenfreies Leben begraben. Schon frühzeitig fühlte er sich nicht fürs Landleben berufen, lieber war er kreativ mit zeichnen und malen tätig, während seine Brüder mit der Feldarbeit beschäftigt waren. Nur damit lässt sich nicht so einfach in Kenia, zumal auf dem Land, der Lebensunterhalt bestreiten.

Ausbildung
Im Alter von 22 Jahren zog es Moses 1998 hoffnungsvoll in die Hauptstadt Nairobi. Doch auch hier musste er den Tatsachen in Auge sehen und erkennen, dass das Leben in der Großstadt bei weitem nicht das bot, was er sich erträumt hatte. Er hielt sich zunächst mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten über Wasser, bevor ihm einer seiner Brüder eine Arbeitsstelle in seinem metallverarbeitendem Betrieb anbot. Hier eignete sich Moses die Fertigkeiten der Metallverarbeitung wie Schweißen und Dengeln an. Die ersten Metallprodukte die Moses dort fertigte, waren Kleinmöbel, Gartentore und Fensterrahmen.

"Junk Art"
Dieser Job hielt im zwar am Leben, aber erfüllte ihn nicht. Als er 1995 eine gigantische Elefantenskulptur des bekannten kenianischen "Junk-Art"-Künstlers Kioko Mwitiki sah, die ihm schier den Atem nahm, wurde ihm klar, das ist seine Zukunft: "Junk-Art - Kunst aus Abfall", in diesem Fall Altmetall.
Von da an verließ er die Welt der Möbel und Fenster und widmete sich voll und ganz der wilden Tierwelt Afrikas. Er besorgte sich Altmetall bei Schrott- und Autohändlern und erschuf mit einfachsten Handwerksmitteln sein erstes „Werk”, einen großen Vogel, der in Nairobi allgegenwärtig ist, der Marabu, den er überstolz verkaufte.

Die zweite Tierskulptur war ein Krokodil. Da er ein solches Tier noch nie in Natura gesehen hatte, ließ er sich hier von der Zeichnung eines Krokodils aus dem Kinderbuch seines Sohnes inspirieren. Dieses Werk wirkt noch recht statisch, aber in Folge werden seine Werke zunehmend dynamischer.
Mit seinen ersten Erlösen war es ihm nun endlich möglich die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Bewegungen, Körperformen und Proportionen prägt er sich dank seines unglaublichen fotographischen Gedächtnisses ein, um sie dann lebensgetreu in Metall erschaffen zu können.

Jedes Tier mit einzigartigem Charakter
Auf Grund seiner technischen Vorbildung ist er in der Lage seine Skulpturen statisch ausgewogen zu kreieren, was bei einer Höhe von 5 Metern und mehr nicht unerheblich ist. Zunächst werden Drahtgestelle in der Körperform des jeweiligen Tieres von Hand gebogen und geschweißt. Darauf werden dann in mühevoller Handarbeit Blechteile passend gedengelt und miteinander verschweißt. Anschließend werden Kleinteile wie Zähne, Borsten, „Federn” oder Zacken angeschweißt.

Material
Als Materialien verwendet Moses Ochieng alle Sorten von Metallschrott, was sich eben gerade so auftreiben lässt: Motor- und Kofferraum-Hauben, Ölfässer oder auch Wellblech-Dachplatten. So kann es ohne weiteres vorkommen, dass eine Giraffe beispielsweise aus einem alten Mercedes geschaffen wird.

Workshop Nairobi
In seinem Workshop in Nairobi arbeitet Moses Ochieng mittlerweile mit bis zu elf Mitarbeitern, die nach seinen Vorgaben die Bleche passend vorbereiten, dengeln und anschweißen. In den frühen Morgenstunden, wie auch nach Feierabend, wenn er alleine im Workshop ist, nutzt er die Ruhe um Studien z.B. über Faltenwurf oder das Spiel der Muskeln in Blech festzuhalten.

Kunden
Seine Werke zieren mittlerweile das Regierungsviertel und diverse Bankgebäude in Nairobi, sowie repräsentative Bauten in Mombasa und Kisumu.
International sind seine Skulpturen in Südafrika, Nordamerika und Europa vornehmlich in privaten Gärten und Parks aber auch in "Upper Class Lodges sowie in Firmen-Foyers zu finden.

Zukunftspläne
Moses Ochieng hat seine Berufung gefunden und hat noch viele Pläne. So möchte er seinen Workshop in dem Maße vergrößern, dass er eine Akademie für Jugendliche gründen kann, um ihnen eine künstlerische Ausbildung, einen Job und eine Zukunftsperspektive bieten kann.

Maridadi-Art Skulpturen aus Kenia